Sporterfolge

Sportengagement und -erfolge hatten im Hause NSU Tradition. Der Wankelmotor war durch seine Drehfreudigkeit geradezu für den sportlichen Einsatz prädestiniert und wurde deshalb auch kurz nach dem Serienstart hierfür eingesetzt. Berühmt wurde der NSU/Wankel-Spider durch zwei bedeutende Sportfahrer, Spiess und Panowitz, und deren Erfolge. NSU setzte den Wankel-Spider nach der GT Homologation, mit Siegfried Spiess als Fahrer, bereits 1966 erfolgreich ein und wurde auf Anhieb Vize- Bergmeister. 1967 und 1968 wurde er mit dem von NSU vorbereiteten und getunten Wankel-Motor Deutscher Bergmeister aller Klassen! Das extrem laute Fahrzeug besaß einen Motor mit über 100 PS, welche bei etwa 11.000 U/min anfielen. Beliebt und erfolgreich war der Einsatz des NSU/Wankel-Spiders auch im Rallyesport. Bei der deutschen Rallyemeisterschaft 1966 waren beispielsweise 23 Teams im Einsatz, von denen 22 die Meisterschaft beendeten. Überlegener Sieger war 1966 das Team Panowitz/Strunz auf einem NSU-Wankel-Spider. Sie gewannen gegen Fahrzeuge wie Glas 1300 GT, Lancia und Porsche 911.

  • Spiess
  • Panowitz/Strunz
  • Edel
  • Ammerschläger

1966 kam NSU auf Siegfried Spiess zu, ob er nicht Bergrennen mit dem neuen NSU Spider fahren möchte. Der NSU Spider wurde von den FIA-Sportbehörden in der 1000 GT-Klasse eingestuft. Dies war deshalb ein Handikap, weil nur eine 1300 GT-Klasse für die Meisterschaft ausgeschrieben wurde. Aber NSU wollte unbedingt die Leistungsfähigkeit des NSU Wankel-Motors unter Beweis stellen. Spiess war kein Unbekannter am Berg, denn er war bereits 1965 mit seinem privaten Prinz 1000 "Spiess" Deutscher GT-Bergmeister und im Werk gut bekannt.

Spiess war zunächst wegen des Einstufungs-Handikaps skeptisch und handelte deshalb vertraglich aus, dass er nur für Siege eine Prämie erhalten würde, und nicht wie üblich auch für die Plätze 2, 3, ff., die im Vergleich jedoch deutlich höher als normal war. Diese Prämie ist aber mit den heutigen Siegprämien und Fahrerverträgen in keiner Weise vergleichbar, da sie dagegen immer noch sehr gering ausfiel. Motivation war die Freude am Fahren.
Bereits 1966 war Spiess auf dem Spider erfolgreich und wurde auf Anhieb Vize-Bergmeister. 1967 und 1968 wurde er mit dem von NSU vorbereiteten und getunten Wankel-Motor Deutscher Bergmeister aller Klassen!
Siegfried Spiess am 16.10.2021 im Alter von 86 Jahren verstorben

Um die Leistungsfähigkeit der neu entwickelten und erstmals mit dem NSU/Wankel-Spider in einem Serienkraftfahrzeug eingebauten NSU-Wankel-Motor gegenüber den Lizenznehmern aus aller Welt unter Beweis zu stellen, entschloß sich NSU im Jahr 1966 mit dem Wankelspider an Automobilrennen teilzunehmen.
Zur Deutschen Rallyemeisterschaft 1966 verpflichtete NSU den am 4. November 1922 in Petersburg im ehemaligen Sudetengau geborenen Rennfahrer Karl-Heinz Panowitz und als Beifahrer den 24-jährigen Berliner Mathematik-und Physikstudenten Rainer Strunz. Der damals 43-jährige Panowitz galt als erfahrener „Rennfuchs“, der im Jahr 1960 als Ausweisfahrer mit Alfa Romeo begann. 1962 wurde er Deutscher Bergmeister aller Tourenwagenklassen auf einem NSU Prinz 3. Das war die erste Automobilmeisterschaft, die NSU nach dem Wiedereinstieg in die Automobilproduktion gewinnen konnte.

Panowitz war eine schillernde Figur der damaligen Rennszene. In Gesprächen mit Rennbeteiligten, wie dem damaligen NSU-Rennleiter Peter Viererbl, dem Werks-Rennmechaniker Roland Faigle, der als Mitarbeiter der NSUWankel-Versuchsabteilung sowohl Siegfried Spiess als auch Karl-Heinz Pannowitz betreute, und Rolf Edel, der ebenfalls mit einem Wankel-Spider an der Rallyemeisterschaft 1966 teilgenommen hat, konnte einiges über ihn in Erfahrung gebracht werden. Karl-Heinz Panowitz war demnach ein Lebemensch, der es genoß, im Rampenlicht zu stehen. Sein enormes fahrerisches Können brachte ihm den respektvollen Namen „Champione“ ein, mit welchem er in der Fachpresse gerne benannt wurde. Als größter Erfolg wurden Panowitz/Strunz 1966 Deutscher GT Rallye-Meister auf NSU/Wankel-Spider.

Wie Rolf Edel zur Rennerei gekommen ist stellt sich wie folgt dar: Als junger Kerl sei er um das Anwesen der Wäscherei und Mietwagengeschäftes von Karl-Heinz Panowitz in Böblingen "geschlichen" und habe sich für dessen Rennfahrerei interessiert. Im Jahr 1960 hat er Karl-Heinz Panowitz bei einer Rallye im hohenlohischen Öhringen begleitet. Kurz vor dem Start war Frieder Hohl aus Michelfeld ohne Beifahrer. Daraufhin hat Panowitz Rolf Edel mit der Aufforderung "steig ein und fahre mit" kurzfristig als Beifahrer "engagiert". Mit einem 180 er Mercedes Ponton konnten sie den zweiten Platz erringen. Fortan nahm Rolf Edel mit einem VW-Käfer an Slalomrennen des örtlichen Motorsportclubs Böblingen teil.

Im Jahr 1962 wurde er Mitglied beim ADAC Ortsclub Böblingen und fuhr dort mit einem auf einer 1200er Käfer-Fahrgestell aufgebauten Rennfahrzeug Slalomrennen.
Im Herbst 1966 wurde Edel von Karl-Heinz Panowitz zur Teilnahme an der Deutschlandrallye mit einem von NSU gestellten Wankelspider aufgefordert. Zum ersten Rennen wurde ein unveränderte Serienspider von einem NSU - Händler aus Stadthagen zur Verfügung gestellt.

Spiderclubmitglieder und NSU-Fahrer kennen Thomas Ammerschläger von seinen Besuchen bei zahlreichen Veranstaltungen der NSU-Freunde, wie internationale NSU-Treffen, oder auch als regelmäßiger Gast beim Remmfahrer-Stammtisch des Spiderclubs bei der RetroClassica-Messe in Stuttgart. Eingefleischten NSU’lern fällt beim Namen Thomas Ammerschläger aber noch wesentlich mehr ein. Der eher zurückhaltend wirkende ältere Herr war in seinen Anfangszeiten als Diplom-Fahrzeugingenieur nicht ganz so ruhig und zählte zu den erfolgreichen jungen und wilden NSU-Rennfahrern.